Denise Henkel Blog Textcloud

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Derzeit ist Leipziger Buchmesse und in der ganzen Stadt werden Geschichten erzählt. Für mich hat das etwas Magisches, denn Bücher waren schon immer meine liebste Flucht vor der Realität. Am meisten mochte ich Abenteuer-Geschichten, Fantasy-Romane und - wenn es etwas bildhafter sein sollte - Mangas. Diese Geschichten haben mich rückblickend einiges über das Leben, vor dem ich zu fliehen versuchte, gelehrt. Die drei wichtigsten Lektionen, die vor allem für das Miteinander in Communities interessant sind, stelle ich euch heute vor.

Erstens: Wir haben alle einen berechtigten Grund für das, was wir tun

In den Geschichten, die ich am meisten mag, gibt es kein klares Gut oder Böse. Jede der handelnden Personen hat einen berechtigten Grund für das, was sie tut. Vor allem in der japanischen Erzähltradition in Mangas werden die scheinbaren Bösewichte als Personen mit Sorgen, Nöten und Träumen dargestellt. Mit diesem Hintergrundwissen fiel es mir leicht, Verständnis für sie zu entwickeln.

Auch in Communities gibt es Konflikte und wir als Community Manager sollten immer als erstes herausfinden, welchen Grund beide Seiten des Konflikts für ihr Handeln haben. Stellt Fragen anstatt euch vorschnell ein Urteil zu bilden und trefft erst eine Entscheidung, wenn ihr beide Seiten des Konflikts verstanden habt. Besser noch: Helft euren Mitgliedern, einander zu verstehen.

Zweitens: Gemeinsam sind wir stärker

Mein absolutes Lieblingsbuch ist “Der Herr der Ringe” und hier vor allem der erste Teil der Saga, als die Gefährten sich finden und ihre ersten Abenteuer gemeinsam bestreiten. Kein einzelner Held wäre in der Lage gewesen, die schwere Aufgabe zu bestehen. Dies wird in der Geschichte immer wieder deutlich, wenn die Gefährten sich gegenseitig aus der Patsche helfen.

Der ganze Sinn einer Community besteht im Miteinander. Deswegen sollten wir als Community Manager unseren Mitgliedern immer wieder Gelegenheiten bieten, miteinander in Kontakt zu kommen oder gemeinsam an etwas zu arbeiten. Das schweißt zusammen und motiviert.

Drittens: Diversität ist der Schlüssel zum Glück

Die Lektion der Vielfalt entnehme ich aus einem meiner liebsten Mangas “Rurouni Kenshin”. Man nehme: Einen flinken Schwertkämpfer, einen robusten Faustkämpfer und einen geschickten Taschendieb. Jeder für sich hat deutliche Schwachstellen, die ein halbwegs intelligenter Gegner schnell erkannt hat. Alle drei gemeinsam sind sie so gut wie unschlagbar, nicht nur, weil sie sich so gut ergänzen sondern auch weil sie viel voneinander lernen können.

Eine Community profitiert von der Diversität ihrer Mitglieder. Perspektivwechsel sind wichtig für uns, sie halten uns wach und stärken unsere Achtsamkeit. Je achtsamer und verständnisvoller wir miteinander umgehen, desto glücklicher und stabiler ist die Community als Ganzes. Sorgt als Community Manager dafür, dass Andersartigkeit in eurer Community akzeptiert, toleriert und wenn möglich gefeiert wird. Geht hierbei selbst als gutes Beispiel voran, indem ihr euch interessiert zeigt an Standpunkten, die euren eigenen nicht entsprechen. Ein ganz großartiges Beispiel für eine Community, die diverse Sichtweisen fördert, ist der Sub-Reddit “Change my view”.

Trefft euch mit anderen Community Managern

Als Community Manager tragen wir maßgeblich dazu bei, dass in unseren Communities eine Kultur des Miteinanders herrscht. Leider sind wir oft zum Einzelkämpfertum verdammt und laufen Gefahr, uns zu verrennen. Doch das muss nicht sein, denn es gibt in Deutschland viele Stammtische für Community Manager. Einen davon organisiere ich in Leipzig, der nächste findet am 10. April statt. Ich freue mich, wenn ihr mit dabei seid.

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